NachDenkstatt

Energieeffizienz & Rebound-Effekte im Kontext der Energiewende

Kontext

Das Ziel der Transformation des deutschen Energiesystems ist die Reduktion von CO2-Emissionen, wodurch die Folgen des Klimawandels abgewendet bzw. vermindert werden sollen. Neben der Umstellung der Energieproduktion sieht die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept auch Energieeffizienzmaßnahmen als entscheidend für den Erfolg der Energiewende an. Effizienzmaßnahmen bezwecken eine Reduktion des Energieverbrauchs unter anderem von technischen Geräten, Beleuchtung und Wärme pro entsprechende Verbrauchseinheit. Gleichzeitig führen Effizienzmaßnahmen unter anderem zu einer Kostenreduktion, weil weniger Energie für die gleiche Energieanwendung benötigt wird.

Wie viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, führt dies jedoch in der Regel zu einem Energiemehrverbrauch und zu zusätzlichen Energieanwendungen. Solche Kompensierungen werden durch das Phänomen der Rebound-Effekte beschrieben. Obwohl diese schon lange in der Forschung bekannt sind, bestehen noch viele Fragen hinsichtlich ihrer Quantifizierung und Ausmaße sowie ihrer Berücksichtigung durch Verbraucher und Unternehmen. Das Phänomen der Rebound-Effekte stellt daher die Effektivität von Energieeffizienzmaßnahmen in Frage.

Es scheint, dass eine effektive Energiewende nur durch eine Energieverbrauchsobergrenze und eine Reorganisation des Energiekonsums erreicht werden kann, da diese eine wirkliche Entlastung der globalen Ökosysteme versprechen. Es stellt sich daher die Frage, ob es nicht zweckmäßiger ist, bestehende CO2-Obergrenzen in Energieverbrauchsgrenzen zu übersetzen. Diesbezüglich unterbreiteten bereits die Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft in der Schweiz als auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen in Deutschland verschiedene Vorschläge.

Workshop-Beschreibung

Die Arbeit des Workshops während der Konferenz widmete sich u.a. folgender Leitfrage:
Welche Frage- und Problemstellungen ergeben sich für Wissenschaft und Praxis, wenn Rebound-Effekte bei der Erforschung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in privaten Haushalten und mittelständischen Unternehmen berücksichtigt werden? Ziel des Workshops war eine systematische Dokumentation in Form eines Verzeichnisses der Frage- und Problemstellungen sowie ausgewählter Publikationen zu schaffen. Damit sollte durch die Integration der Perspektiven von Wissenschaft und Praxis ein strukturierter Ausgangspunkt für eine weiterführende Bearbeitung innerhalb und außerhalb der Region Weser-Ems geschaffen werden.

 

Praxispartner

  • Simon Koesler – Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), (Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement)
  • Jessica Schröter – Universität Magdeburg, (Institut für Psychologie, Umweltpsychologie)
  • Susanne Korhammer – TARA Ingenieurbüro Varel, (Geschäftsführung)
  • Gerd Bahlo – Universität Oldenburg, (Technisches Gebäudemanagement insb. Energiemanagement, stellv. Dezernent)
  • Manfred Meinen & Gitta Heitmann – Friesenenergie GmbH Wangerland, (Geschäftsführung)
  • Ulrich Scheele – Oldenburger Energiecluster (OLEC), (Vorstandsmitglied)
  • Isabelle Gawenat – Oldenburger Energiecluster (OLEC), (Clustermanager)
  • Ray Kodali – Business Technology Consulting (BTC) Oldenburg, (Junior Consultant)

Workshop-Leitung

WS-Leitung

v.l.: Sebastian Wunderlich, Manuel Nagel, Ernst Schäfer, Oliver Richters

 

Kick-Off (15.11.2013)

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Abschlussbericht

F. Haack, M. Nagel, O. Richters, E. Schäfer, S. Wunderlich
Energieeffizienz & Rebound-Effekte im Kontext der Energiewende
Abschlussbericht der Nachdenkstatt 2013.
76 Seiten, 6 farbige Abbildungen, VÖÖ e.V., Heidelberg, 2015,
ISBN 978-3-9811006-3-1.
Volltext als PDF (3.8 MB)

 

Downloads

 

Der Workshop wurde von der DBU gefördert, die Publikation des Abschlussberichts durch die Vereinigung für Ökologische Ökonomie.

DBU_Logo_Querformat1 Vereinigung für Ökologische Ökonomie